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Das Stadtfeld blüht auf! - Internationale Gärtner schaffen grüne Oasen in der Nachbarschaft

  • Internat. Workcamp 2013

 

„10, 9, 8, 7 …“ Der Countdown läuft. Alle zählen laut mit ab: „Six, Five, Four …“ Die geöffnete Schere wartet über dem rot-weißen Band darauf zuschnappen zu dürfen.  Der US-Amerikaner Daniel Akers hat die ehrenvolle Aufgabe übernommen. Dan, wie der junge Mann aus Philadelphia von allen genannt wird, ist von einer dichten Schar Kinder umringt, die ganz nah dabei sein wollen. Unterstützend an seiner Seite stehen auch der Landeskollege Brian Cizenski aus dem Bundesstaat New York, sowie Matus Stanovsky aus der Slowakei. Brian und Matus halten das Flatterband straff, dass Dans symbolträchtiger Schnitt gelingen kann.

„Three, Two, One …“ Jubel und Applaus erheben sich an der Triftäckerstraße. Das weiß-rote Band flattert zur Linken und Rechten des neuen „Steingartens“ vor der Hausnummer 47-53 zu Boden. Die Stadtfeld-Gärten sind eröffnet! Und mit diesem letzten Schnitt ist die intensive Arbeitsphase des „Internationalen Workcamps 2013“ in Hildesheim-Stadtfeld offiziell beendet.


Men At Work 2Der „Steingarten“ ist dabei nur einer von insgesamt drei Gärten, die in den letzten zehn Tagen praktisch aus dem Nichts geschaffen wurden. „International Gardening“ hieß das Thema des Projektes. Zwölf junge Erwachsene aus sieben Nationen sind der Einladung des Gemeinwesenentwicklung Stadtfeld e.V. nach Hildesheim gefolgt. Dan, Matus und Brian sind Teilnehmer eines Workcamps. Zwei Wochen haben sie jetzt zusammen mit anderen Europareisenden in Hildesheim verbracht. Sie sind nicht nur als „Touristen“ gekommen, die Land und Leute kennen lernen wollen. Sie wollen auch gemeinsam investieren und für eine gute Sache zusammenarbeiten. Für die Nachbarschaft Stadtfeld haben sie sich als „internationale Gärtner-Truppe“ verbündet.

 

Sie haben sich damit auf ein herauforderndes Projekt eingelassen. Denn von der Vorplanung, über die Kalkulation und Einkäufe bis hin zur praktischen und handfesten Umsetzung haben die jungen Leute ihre jeweiligen Gärten selbständig erarbeitet. In Kleingruppen haben sie sich für jeweils einen thematischen Garten entschieden. Erschwerend kam die Auflage hinzu, nur heimattypische Pflanzen und alte Sorten zu verwenden. Niemand von ihnen hat eine fachliche Vorausbildung. Das Zeitfenster ist schmal. Und die Workcamp-Sprache ist Englisch! Das Abenteuer des gemeinsamen Anfangs kann man sich ausmalen. Beste Bedingungen also, um kreative Potentiale zu entfalten und starke Nerven zu beweisen.


BaumpflanzDoch natürlich standen die jungen Leute, die zwischen 17 und 26 Jahre alt sind, nicht allein. Begleitet wird die Gruppe von Teamern der Partnerorganisation Internationale Jugend-gemeinschaftsdienste (ijgd), die solche Workcamps ausrichtet. Der Erzieher Paul Mantzsch aus Magdeburg und die Studentin Jennifer Hansch aus Bonn waren rund um die Uhr bei der Gruppe. Sie leiteten durch die verschiedenen Prozesse und halfen den Alltag in Arbeit und Freizeit zu organisieren und zu gestalten.

Durch die Gartenarbeit wiederum führt ein personalstarkes Pädagogen-Team des Gemeinwesenentwicklung Stadtfeld e.V. in enger Zusammenarbeit mit der Caritas Hausaufgabenhilfe ETUI und dem Caritas Beratungs- und Begegnungszentrum BROADWAY. Sieben haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleiteten die Workcamp-Zeit laufend. Für die junge Stadtteilarbeit in Hildesheim-Stadtfeld entwickelte sich das Projekt schnell zu einem logistischen Großunternehmen!

Ohne die fachliche Beratung und Unterstützung des Vereins Arbeit und Dritte Welt e.V. undenkbar. Geschäftsführer Thomas Brien stellte nicht nur notwendige Werkzeuge zur Verfügung. Oft mehrfach täglich besuchte Brien die Baustellen, gab wertvolle Tipps und handfeste Informationen, vermittelte Kontakte – und zeigte auch spontan als „Stadtführer“ Qualitäten. Auch der Hausmeisterservice Agirman unterstützte tatkräftig und erwies sich als „Ersthelfer“ bei Werkzeugmangel, Transporten und technischen Fragen.

 

Men At Work 4Und so, mit viel Manpower, Geduld und guter Laune konnte es gelingen. Langsam, wie eine tonnenschwere Dampflock setzte sich das Gartenprojekt in Bewegung – und entfesselte innerhalb kürzester Zeit eine unbändige Kraft und Energie. Erde wurde aufgebrochen, kubikmeterweise Mutterboden, Sand und Mineral bewegt, tonnenweise wurden Natursteine verlegt. Mühevoll entstanden auf diese Weise kleine Landschaften vor den Wohnblocks der Triftäckerstraße: wohlgeformte Beete, sanft geschwungene Hügel, hier eine Kräuterschnecke, dort eine Steinpyramide. Auch Gestalten formten sich aus dem Boden – im „Steingarten“ entstand spontan ein schlummernder Drachen und im „Kräutergarten“ ist eine Riesenraupe der Erde entwachsen. Immer dabei waren nämlich auch die Kinder des Stadtfelds. Und diese brachten nicht nur ihren tatkräftigen Einsatz beim Graben, Tragen und Pflanzen ein, sondern auch ihre bunten Ideen.

 

Men At Work 1Men At Work 3

 

SpraygardenNoch bevor die Baustellen verrieten, was auf ihnen entstehen sollte, verkündeten es oft schon die Wände in den schönsten Farben. Denn Spray-Artist Ole Görgens (Sprühwerk) hatte die Aufgabe übernommen, die den Gärten zugehörigen Hausfassaden thematisch passend zu gestalten. Zwischen Haus und Garten, zwischen Wand und Landschaft entsteht so ein künstlerischer Dialog. Als „Bilder einer Ausstellung“ bekommt die Gesamtkomposition eine thematische Linie. Dabei spielt Görgens bewusst mit unterschiedlichen Kunststilen: eine Heidelandschaft erblüht als klassisches Landschaftsbild, eine Erdbeere wird in Pop-Art à la Warhol in Szene gesetzt, der Steingarten findet sich in einem surrealistischen Gemälde wieder und die Illustrationen im „Schmetterlingsgarten“  erinnern an Motive aus dem Kinderbuch „Die kleine Raupe Nimmersatt“. Neben den Bildern wird das Thema jedes Gartens auch in den grünen Lettern der Namensschilder greifbar und konkret. Das künstlerische Konzept geht auf. Görgens bunte Fassadengestaltung zeigen sich als wichtiger und effektvoller Bezugspunkt für die jeweiligen Gärten.


„I can’t believe it!“ sagt Dan, kurz nach der Eröffnung der Gärten. In diesem Moment kann wohl niemand der Beteiligten recht glauben, dass alles vorbei ist. Noch vor wenigen Stunden wurde letzte Hand an die Gärten gelegt. Jetzt schon soll gefeiert werden– mit einem weinenden und einem lachenden Auge! Denn das kleine Nachbarschaftsfest feiert einerseits den erfolgreichen Abschluss des Projektes „International Gardening“, mit dem drei schöne Gärten an der Triftäckerstraße geschaffen wurden. Gleichzeitig bedeutet es auch Abschied. Denn die Gruppe junger Gäste, die sprichwörtlich „aus aller Welt“ ins Stadtfeld gereist sind, die zwei Wochen hier verlebt und sich als „internationale Gärtner“ eingesetzt haben, müssen in den Folgetagen schon wieder abreisen.

Ein Abschied, der besonders den Kindern schwer fällt. Gemeinsam mit Hausaufgabenhelferin Katharina Thielemann und Stadtteilbüro-Mitarbeiter Nick Stucke haben sie viele gute Wünsche für die Abreisenden gesammelt.  Auf Blütenblätter aus Tonkarton geschrieben, werden sie nun an einer Pinwand zu einer Blüte zusammengesetzt:
„Wir werden euch vermissen. Wir haben euch lieb!“ schreibt Reyhan. „I wish that you never forget us!“ probiert es Nalin mit englischen Worten. Aylin wünscht eine „gute journey!“ und Selina gibt den Wunsch mit auf den Weg: „Visit us!“

 

Der "Kräutergarten":

Kräutergarten

 

Der Steingarten:

Steingarten

 

Der "Schmetterlingsgarten":

Schmetterlingsgarten

 

Der kommende "Heidegarten":

Heidegarten

 

Der kommende "Naschgarten":

Naschgarten

 

Vielen Dank an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „Internationalen Workcamps 2013“:
Brian, USA
Colleen, USA
Dan, USA
Jung A, Südkorea
Hong, Südkorea
Sho, Japan
Matus, Slowakei
Iryna, Ukraine
Julia, Russland
Kristin, Deutschland

Vielen Dank an die IJGD-Teamer:
Paul Mantzsch (Magdeburg), Jennifer Hansch (Bonn)

Besonderer Dank gilt den engagierten ehrenamtlichen Mitarbeitern:
Hannes Rickert, Dennis Keune, Christian Francke

Das „Internationale Workcamp“ ist ein Kooperationsprojekt, das ohne die Hilfe und Unterstützung zahlreicher Partner nicht möglich gewesen wäre. An dieser Stelle möchten wir Dank sagen:
-    Den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (ijgd) für die gute Zusammenarbeit.
-    Danke an den Caritasverband für Stadt und Landkreis Hildesheim e.V. mit dem Beratungs- und Begegnungszentrum BROADWAY und der Hausaufgabenhilfe ETUI, insbesondere an Geschäftsbereichsleiter Jörg Piprek und Hausaufgabenhilfe-Leitung Katharina Thielemann.
-    Der Hildesheimer Johannishofstiftung für die kurzfristige Förderung.

-    Der Baugenossenschaft Wiederaufbau e.G. für die vertrauensvollen Einverständnisse, die Zuarbeit bei der Projekt-Organisation und für die Nutzung der Wohnungen.
-    Dem Beamten-Wohnungs-Verein zu Hildesheim e.G. für die vertrauensvolle Einverständnisse und die Zuarbeit bei der Projekt-Organisation.
-    Dem Verein Arbeit und Dritte Welt e.V., insbesondere Thomas Brien, für alle Unterstützung mit Werkzeugen und Materialien, sowie mit Kontakten und Fachwissen.
-    Dem Hausmeisterservice Agirman für alle „erste Hilfe“ rund um Werkzeug, Technik, Transporten, usw. Danke für allen freundlichen Zuwendungen, allen guten Rat und alle große Tat!
-    Dem Stadtverkehr Hildesheim (SVHI) für die tolle Unterstützung mit kostenfreien Gast-Busfahrkarten für die Workcamp-Teilnehmer.
-    Der Diakonie Himmelsthür, Region Hildesheim mit der Fahrradwerkstatt „Lichtblick“ für das Verleihen von Fahrrädern.

Hintergründiges:

Das „Internationale Workcamp 2013“ ist ein Projekt des Gemeinwesenentwicklung Stadtfeld e.V. Im Rahmen des „International Gardening“ (Workcamp-Titel) wurden drei Gärten erfolgreich gestaltet: der Kräutergarten, der Steingarten und der Schmetterlingsgarten. Das Workcamp bildete einen Anschub für das Projekt „Umweltlehrpfad Hildesheim-Stadtfeld“, in dessen Rahmen bis Sommer 2014 noch weitere Gärten geschaffen werden und zu einem Umweltlehrpfad verbunden werden. Das Gesamtprojekt Umweltlehrpfad ist Teil des Freiflächenkonzeptes „Unser Stadtfeld blüht auf“.

 

Die Hildesheimer Johannishofstiftung fördert das Projekt Umweltlehrpfad.

 

 

Logo Johannishofstiftung

 

 

Download: Presseartikel zum Internationalen Workcamp 2013

1) Kehrwieder am Sonntag, 20.10.13: "Gärten für das Stadtfeld"

2) Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 19.10.13: "Blumenzauber für das Stadtfeld"



Stadfeld-Logo/Motto neu

 


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Jens-Hendrick Grumbrecht

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Tel.: (05121) 92 76 671

E-Mail: info@gwe-stadtfeld.de


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